Textfeld: Liebe Patientinnen und Patienten der Kliniken Essen - Mitte, 
von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen alles Gute, 
Gottes Segen und eine gute Genesung.

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Vom Glauben

Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm.

Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.       (Lukas 15, 20)

 

Was für ein Empfang!

Mit offenen Armen hatte ihn der Vater empfangen. Er war so ganz anders als erwartet - dieser Empfang zu Hause. Mit viel weniger hätte der Verlorene sich doch abgefunden!

Mein Gott, was braucht denn der Mensch zum Leben? Ein Dach über den Kopf, eine Decke zum Wärmen, einen Teller mit Essen, ein neues Kleid auf der Haut.

Wer will da noch Ansprüche stellen?

Mein Gott, damit konnte doch keiner rechnen, dass der Vater so etwas tut. Sein Herz machte ihm Beine, seine Arme streckten die Liebe aus und sein Mund küsste den Schmutz und sagte: „Mein Sohn, willkommen zu Haus!“ Mein Gott, was für ein Empfang!

 

Der Engel der Versöhnung

Der Engel der Versöhnung soll dich befähigen, dich erst einmal mit dir selbst auszusöhnen. Viele Menschen leben heute unversöhnt. Sie können sich nicht damit aussöhnen, dass ihr Leben anders verlaufen ist, als sie es geplant hatten. Sie hadern mit ihrem Schicksal, mit den Enttäuschungen, die ihnen das Leben bereitet hat. Sie liegen mit sich selbst im Streit. Sie können sich selbst nicht bejahen. Sie möchten sich gerne anders haben, intelligenter, erfolgreicher und liebenswerter. Sie möchten besser aussehen. Sie haben ein ganz bestimmtes Bild von sich, dem sie gerne entsprechen möchten.

Das Wort Versöhnung kommt vom mittelhochdeutschen süene und meint: Schlichtung, Friede, Kuss. Sich mit sich selbst versöhnen heißt also: Frieden stiften mit sich selbst, einverstanden sein mit mir, so, wie ich geworden bin. Den Streit schlichten zwischen den verschiedenen Bedürfnissen und Wünschen, die mich hin und her zerren.  Die Spaltung aufheben, die sich in mir auftut zwischen meinem Idealbild und meiner Realität. Die aufgebrachte Seele beruhigen, die sich immer wieder auflehnt gegen meine Wirklichkeit. Und es heißt, das küssen, was mir so schwer fällt, meine Fehler und Schwächen küssen, zärtlich umgehen mit mir selbst, gerade mit dem, was meinem Idealbild widerspricht. Da muss mir schon ein Engel zu Hilfe kommen, damit die Versöhnung mit mir selbst gelingt, damit ich wirklich Ja sagen kann zu meiner Lebensgeschichte, zu meinem Charakter, zu dem, was ich an Last und Belastung mitbekommen habe. Nur wenn ich mit mir selbst versöhnt bin, kann ich auch daran denken, Menschen in meiner Umgebung, die mit mir und mit anderen im Streit liegen, zu versöhnen.

Der Engel der Versöhnung will dich zu einem Boten der Versöhnung machen. Versöhnung heißt schlichten, einen Weg ebnen zwischen den verschiedenen Parteien, eine Brücke bauen zwischen den sich widerstreitenden Gruppen. Aber es heißt nicht, alles einebnen, alles harmonisieren. Die Standpunkte dürfen bleiben. Aber sie bekämpfen sich nicht mehr. Es gibt eine Brücke, auf der die beiden Parteien wieder miteinander kommunizieren, auf der sie wieder aufeinander zugehen können.

Aus: Anselm Grün, 50 Engel, für das Jahr, Verlag Herder

 

Jeden Sonntag finden auch Gottesdienste statt:

9.00 Uhr Elisabeth-Krankenhaus,

10.00 Uhr Huyssensstiftung