- Evangelische Kirchengemeinde Essen-Altstadt
- III. Hagen 39
- 45127 Essen
Sie klappten das Buch mit der Weihnachtsgeschichte zu. Thea, die auf dem Schoß ihres Vaters saß runzelte die Stirn und schaute nachdenklich. „Wie sie sich wohl gefühlt haben?“, fragte sie nach einer kurzen Zeit der Stille. Ihr Vater blickte sie an. „Wen meinst du?“, fragte er zurück. „Na wie haben Maria und Josef sich wohl gefühlt? So ganz allein unterwegs, mit Baby im Bauch und ohne Hilfe.“ Er überlegt kurz, als Thea schon die nächste Frage stellt: „Meinst du, dass sie gebetet haben?“
Die Weihnachtsgeschichte, eine Erzählung von Hoffnung und neuem Leben, Veränderung, aber auch Sorgen und all dem, was aus dem anders Machen und Denken werden kann. Sie erinnert mich oft an den Satz aus der Bergpredigt.„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan“ (Matthäus 7,7). Die Suche nach Ankommen und Ausruhen können, Durchatmen und sich sicher wissen geht mit, wenn wir von Maria und Josef lesen. Das Klopfen an Türen, das abgewiesen werden und aushalten müssen stehen vor dem Licht, das die Zukunft weist. Vielleicht haben sie tatsächlich gebetet, gehofft, nicht allein zu sein in dieser Nacht. Ohne das Versprechen der Bergpredigt zu kennen:
In der Adventszeit, da klopft jemand. Nicht laut, nicht fordernd – eher leise, geduldig. Es ist der, der sich selbst das „Licht der Welt“ nennt und sich trotzdem nicht selbst den Zutritt verschafft. Einer, der mitten unter uns ist und sein will. Als Kind in der Krippe, als Wegbegleiter und Hoffnungsbringer. Da klopft jemand, den wir aber auch hereinlassen müssen. Dem wir Raum geben müssen, damit das Licht für alle leuchten kann und der uns später einmal sagt: Bei allem, was kommt, ich bin bei euch.
Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und Licht für die kommenden Monate.
Ihre Pfarrerin Natalie Gabisch
„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan.“ (Matthäus 7,7)